Kritik an Akener Verhältnissen

Aken. Eine ostdeutsche Provinz und geliebte Heimat stolzer Bürger.
Ein Dorf wie jedes andere in der Region.

Hier hat sich jedoch auch eine relativ große D.I.Y.- und Punkszene etabliert. Daran ist prinzipiell nichts verkehrt, im Gegenteil.
Wer das Ziel verfolgt sich zu emanzipieren und ein selbstbestimmtes Leben zu führen, gegen den haben wir nichts, jedoch gegen diejenigen die, in Folge von zu vielen oder eben gar keinen politischen Diskursen zur Frage der Israelsolidarität, offen Antisemitismus betreiben, indem sie Israel das Existenzrecht absprechen.

Wer unter momentanen Verhältnissen die Zionistische Bewegung und dessen Ergebnis, den Staat Israel, ablehnt, kann sich ohne Bedenken als Antisemit bezeichnen lassen.

Israel stellt die revolutionäre Emanzipationsgewalt der jüdischen Gesellschaft, in Folge der antisemitischen Progrome in (Vorder-) Asien und dem Holocaust unter den Nationalsozialisten in Deutschland und Europa, dar.
Unserer Meinung nach steht den Juden das Recht auf Schutz zu und wenn ein Staat einziges Mittel zur Gewährleistung dieses Schutzes ist, muss man dessen Existenz als vollkommen legitim betrachten.
Es ist grundwichtig zu erkennen, dass Antisemitismus nicht das gesellschaftliche Gespräch über das Judentum, sondern eine objektive Ideologie der warenproduzierenden Gesellschaft ist, die ihren Grund in der realen Produktion von Wert hat.
Das heißt man sucht sich einen Sündenbock, um logische Konsequenzen des Kapitalismus zu erklären. Man erkennt die Probleme im Kapitalismus nicht als Folge eines gesamtgesellschaftlichen Zustands an, sondern sucht sich ein Feindbild der für alles Schlechte schuldig zu machen ist.

Antizionismus

In Aken ist zu erkennen, dass sich der Großteil der Punk/Antifa Bewegung über ein anarchistischen Weltbild definiert.
So ist jeder Staat scheiße und gehört auch abgeschafft, was prinzipiell richtig zu werten ist.
In so einem beschränkten Weltbild jedoch, fern jeglicher Realität, wird sich über die Lage Israels keine Gedanken gemacht, kontroverse Diskurse abgeblockt und sich anschließend gemeinschaftlich über „die Antideutschen“ ausgekotzt.
Der Antizionismus wird in Aken niemals mit dem Antisemitismus assoziiert.
Das macht sich dann bemerkbar, wenn man versucht diese antizionistischen Verhältnisse aufzuklären und deren Zusammenhänge zu verdeutlichen.
Mit Worten wie:“du nennst mich Antisemit“, wird völlig empört darauf reagiert. Selbstreflektion scheint Fehl am Platz.
Wenn ein Staat einziges Mittel zum Schutz vor antisemitischen Bedrohungen, also vor islamistischen Radikalen, wie z.B. der Hamas, den Muslimbrüderschaften, dem iranischen Staat, usw. ist, dann muss dieser als bittere Notwendigkeit anerkannt werden. Wer der jüdischen Gesellschaft diesen Bedrohungen aussetzt, dem ist offensichtlich egal, dass dies zu einem weiteren Holocaust führen könnte.

In Aken werden diese Verhältnisse zur Lage des israelischen Staates denunziert und ignoriert, womit die realpolitischen Bedingungen total missachtet werden und ein Blick für die Realität vollkommen verloren geht.

Deshalb ist mit diesen einfachen aber passenden Worten abzuschließen:“Solange es Antisemitismus gibt, muss es Israel geben“.

Hauptfeind USA

Der Hauptfeind der Szene sind die USA und all das was sie verkörpern.
Mit dem amerikanischen Lebensstil wird das Konsumverhalten der heutigen Gesellschaft gleichgesetzt und entsprechend abgelehnt. Wenn man jedoch nicht erkennt, dass dieses Verhalten nicht schuld einer Nation, sondern eines Zustandes ist und man diesem ausgesetzt ist, egal ob ich bei McDonalds oder beim Reformhaus einkaufen gehe, ist alle Kritik kontraproduktiv.
Das gipfelt sich in einem Zitat des Sängers einer „bekannten“ Akener Crustband: „Der moderne Holocaust wird von Multinationalen Großkonzernen und den „American way of life“ durchgeführt“.
Stichwort struktureller Antisemitismus. Hier werden die Großkonzerne zum „Juden“ und damit auch gleich verantwortlich für die logischen, zugegeben unmenschlichen, Produktionsvorgänge im kapitalistischen Wettbewerb des freien Weltmarkts.
Es findet eine Personifizierung des Kapitalismus statt, die vollkommen schwachsinnig ist, weil man dann nicht begriffen hat, dass McDonalds die erfolgreichere Ausgabe vom Dönerladen um die Ecke ist.
Der Kapitalismus muss als Ganzes begriffen und dementsprechend kritisiert werden.
Weiterhin ist zu erwähnen, dass die Kriege der USA als imperialistisch-faschistisch eingestuft und somit verteufelt werden.
Dieses Denken beruht auf Verschwörungstheorien, die ohne handfeste Beweise zu einer Diffamierung führen.

Der antiamerikanistische Konsens der Akener Szene ist gleichzusetzten mit dem der „Autonomen Nationalisten.“

Homogene Masse

Wer in Aken als alternativer Jugendlicher bestehen will, muss sich unbedingt strengen Kriterien beugen um akzeptiert zu werden.
Wer sich nicht anpassen kann oder will, wird schnell ignoriert, darf auf Treffen an Spielplätzen nicht teilnehmen, so lustig es klingt, und wird total ausgegrenzt.
Israelsolidarische oder andersdenkende Antifas werden regelrecht verbannt und mit Begriffen wie „zionistische Faschisten“ belastet und beschimpft.
Dies wirkt stark manipulierend und führt zu Bildung einer strukturellen Volksgemeinschaft.
Der antiimperialistische Konsens wird vertieft und keine anderen Meinungen zugelassen.

Vorwürfe gegenüber unserer Gruppe

Gegenüber unserem Arbeitskreis kommt es häufig zur Diffamierung der von uns geleisteten Arbeit oder zu persönlichen Beleidigungen, bishin zu Gewaltandrohungen.
Vorwürfe wie: „Den Kapitalismus greift ihr nicht an“, „… ihr habt kein Interesse das die faschistischen Zustände ein Ende nehmen“, „ihr seid nationalisten“ und „ihr denunziert unser Aktivismus.“, gehören leider zur Tagesordnung.

Konstruktive Schreiben zur Thematik werden begrüßt und natürlich auch beantwortet.

Gruppe gegen deutsche Normalität
Juni 2009